Was einfach aussieht, kann eine grosse Herausforderung sein, für den Künstler, wie für die Betrachter: Monochrome Farbflächen bilden nichts ab und erzählen nichts. Die reine Präsenz von Farbe verweist zunächst nur auf sich selbst: schau mal, grün! Diese Farb-Erfahrung mit den Mitteln der Malerei zu schaffen, verlangt vom Künstler, kontinuierlich den sich aufdrängenden Formen, Strukturen und Inhalten zu widerstehen, um der Farbe Raum zu geben.
Armin Simon arbeitet mit Pigmenten, was die Aufmerksamkeit noch stärker auf das Material selbst lenkt, seine Eigenschaften, sein Verhalten. Beschränkt auf die Grundfarben Rot, Blau, Gelb, sowie Weiss und Schwarz, lässt er das Bild in bis zu hundert Farbschichten entstehen. Diese sind nur teilweise am Bildrand noch sichtbar, wirken aber als fühlbare Spannung unter der Oberfläche und tragen alle zur Gesamtwirkung und zur Entfaltung dessen bei, worum es hier geht: der Farbe.
Text: Judith Annaheim, Art Projects Zürich.
Publikation anlässlich der Ausstellung „Kunst Sarganserland-Walensee IV“, museumbickel, Walenstadt